Heinz Knobloch
Mit Feuilletons gegen Geschichtsvergessenheit
Heinz Knobloch (1926–2003), geboren in Dresden, fand als Journalist und Schriftsteller in Berlin den Mittelpunkt seines Schaffens und Wirkens.
Sein journalistisches Werk besteht aus mehr als 1.600 Feuilletons, die er in über 40 Jahren zunächst für Zeitschriften verfasste. Durch seine Rubrik „Mit beiden Augen“ – 20 Jahre lang in der Wochenpost veröffentlicht – gilt er als letzter großer Vertreter der „Kleinen Form“ des deutschsprachigen Zeitungsfeuilletons.
Ihm gelang es, unter den Bedingungen in der DDR sein Publikum „zwischen den Zeilen“ lesen zu lassen und nutzte seine Spielräume, um Missstände zu thematisieren. Zugleich verstand er sich als Chronist der gesellschaftlichen Entwicklungen seiner Zeit. Auch nach dem Mauerfall setzte er sein Schaffen erfolgreich fort.
Der schriftstellerische Durchbruch gelang ihm mit dem Buch Herr Moses in Berlin (erstmals 1979 erschienen), das sowohl in der DDR als auch in der Bundesrepublik Deutschland Beachtung fand. Seine lebendigen Porträts mutiger Persönlichkeiten sind sorgfältig recherchiert und bieten Lesenden auch heute noch anregende Impulse für Spaziergänge oder Reisen zu den von ihm beschriebenen Orten. Insgesamt sechs von ihm initiierte Gedenktafeln in Berlin zeugen bis heute von seiner erfolgreichen Erinnerungsarbeit.
Die „Im Fokus“-Präsentation zeigt einen ersten Einblick in den umfangreichen Nachlass Heinz Knoblochs im Bestand der Staatsbibliothek zu Berlin. Ehrenamtlicher Kurator ist Helmut Mehnert, der an der Erschließung des Nachlasses arbeitet und zugleich die Website www.heinz-knobloch.de betreut.
Abb.: Signierstunde beim XIV. Rostocker Buchbasar 1977, Unbekannter Fotograf. © Stabi Berlin

